Opel Monza 3.0E „S“  
Opel Monza 3.0E „S“, Baujahr 1979

Der Opel Monza ist von allen hier gezeigten Gan Turismo Coupés am wenigsten Sport- und am meisten Reisewagen. Das zweitüriges Coupé mit großer Heckklappe und einer als Überrollbügel konzipierten B-Säule wurde von 1978 bis 1986 gebaut, zunächst als Monza A1 mit Chromstoßstangen und „Waffelgrill“; ab 1982 in einer Facelift-Version mit umfangreicher Überarbeitung an Karosserie und im Innenraum.

Ursprünglich gab es drei Motorisierungen: den noch vom Opel Admiral/Diplomat bekannten und überarbeiteten 2,8-Liter-Vergasermotor mit 140 PS, einen 3,0-Liter-Vergasermotor mit 150 PS und einen 3,0-Liter-Einspritzmotor mit 180 PS, der mit einer Bosch L-Jetronic ausgerüstet und dadurch erheblich leistungsfähiger war. In dieser Top-Version war er für seine Zeit durchaus standesgemäß motorisiert. Das optionale „S“-Paket verbesserte das seinerzeit ohnehin sehr gelobte Fahrwerk noch einmal, indem es die Dämpfer etwas straffer abstimmte. Als komfortabler Reisewagen war der Monza seiner Konkurrenz um Längen voraus. Die große Heckklappe und die umklappbare Rücksitzbank (ab 1982 auch teilbar) machten den Monza bei Bedarf zu einem äußerst variablen Kombi-Coupé mit 1,80 m (!) langer Ladefläche.

Der Monza wurde bei seinem Erscheinen von der Autopresse als ein ernstzunehmender Neuanfang für Opel in der oberen Mittelklasse gefeiert. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt im Jahre 1977 war der Monza der Publikumsmagnet Nr.1!

Trotzdem blieb das große Opel-Coupé zeitlebens verkannt. Das Fließheck Konzept wollte sich einfach nicht durchsetzen. Wurden von der ersten Version A1 zwischen 1978 und 1982 insgesamt 27.218 Einheiten produziert, so waren es in der Version A2 der zweiten vier Jahre trotz aller Aktualisierungsmaßnahmen nur noch 16.594 Stück. Das lag unter anderem daran, dass die Fachpresse den Monza seinerzeit als „Coupé-Version des Opel Senators“ abtat. Er wurde als „zu wenig eigenständig“ betrachtet, was jedoch nicht stimmte. Zum einen beruhte der Monza nämlich auf einer kürzeren Bodengruppe (vom Opel Rekord bzw. Commodore); zum anderen unterschied sich die Karosserie mit stärker geneigter Windschutzscheibe und einem flacheren Dachaufbau deutlich von der Form der Senator-Limousine. Lediglich die Vorderwagen der beiden Modelle waren bis zur A-Säule identisch.

Den Monza gab es als Basisversionen mit Stoffsitzen, Stahlfelgen, ohne Drehzahlmesser und den seitlichen sportiven Farbsteifen. Die „C“-Ausstattung bot demgegenüber breite Holzimitate am Armaturenbrett und an den Türverkleidungen sowie Veloursitze in rot, grün, braun und blau, farblich abgestimmt mit dem Armaturenbrett. Wahlweise gab es zusätzlich zur Basis- und „C“-Ausstattung für den Monza in der 3-Liter-Einspritzer Version noch das so genannte „S“-Paket, welches über einen schwarzen statt verchromten Kühlergrill verfügte, zusätzliche Cockpitinstrumente und eine straffere Fahrwerksabstimmung beinhaltete und erkennbar war an einem „S“-Emblem auf den vorderen Kotflügeln. Fahrzeuge mit dieser Ausstattungsvariante sind selten und deshalb heute besonders gesucht.

Bereits im Jahr 1981 wurde ein kleines, vor allem „inneres“ Facelift durchgeführt. Diese als „Zwischenmodell“ bezeichnete Monza-Baureihe wurde aber nur knapp ein Jahr lang von Januar 1981 bis zum Erscheinen der Baureihe A2 im Jahre 1982 angeboten. Der Wagen erfuhr nunmehr auch umfangreiche Veränderungen an der Karosserie. Die gesamte Front des Fahrzeuges wurde aerodynamisch optimiert. Die Ronal-Alufelgen wurden durch geglättete Alu-Felgen im „Wollknäuel-Design“ ersetzt. Das Heck wurde mittels eines Heckspoilers für eine bessere Aerodynamik leicht angehoben. Zwischen den Rückleuchten wurde eine der Optik der Rückleuchten angepasste Blende im US-Stil angebracht. Das Kennzeichen fand nun seinen Platz zwischen zwei Stoßstangenhörnern im unteren Bereich auf den ehemals aus Chrom und jetzt komplett aus Kunststoff gefertigten Stoßfängern. Der Innenraum wurde weitgehend samt neuen Dekors und Polsterdesign vom so genannten A1-Zwischenmodell übernommen.

Lediglich die ab Modelljahr 1984 angebotene Ausstattungsvariante "GSE" des Opel Monza A2 unterschied sich deutlich von den übrigen Ausstattungsvarianten. Der Monza GSE war nur mit dem 3,0 Liter Sechszylinder-Einspritzmotor mit 180 PS erhältlich und verfügte über eine sportliche Innenausstattung mit Recaro-Sitzen. Hinzu kam ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk. Die sonst üblichen Chromleisten wurden beim "GSE" in Schwarz und Anthrazit eingefärbt.

Mit flacher Gürtellinie und langen Überhängen griff der Monza Stilelemente der 60er Jahre auf. Das für seine Zeit äußerst progressive Design wird dem Monza jedoch heute fast zum Verhängnis. Mit seinem zeitlosen Styling reiht er sich als unscheinbarer Fast-Oldtimer in den fließenden Verkehr ein, ohne von der breiten Masse als eine inzwischen absolute Rarität auf Deutschlands Straßen wahrgenommen zu werden – ganz anders als zum Bespiel seine damaligen Konkurrenten BMW 635 CSi oder Datsun 280 ZX. Zwar konnte Opel von der Top-Version 3.0 E zwischen 1978 und 1982 immerhin 14.946 Einheiten absetzen. Die Rostvorsorge war in jener Zeit jedoch nur mäßig, sodass nur ganz wenige Exemplare die letzten 25 Jahre überlebt haben. Der Monza ist deshalb heute akut vom Aussterben bedroht.

Opels Gran Turismo Coupé gilt bis heute – ebenso wie sein viertüriger großer Bruder Senator - als der letzte Achtungserfolg des Rüsselsheimer Autobauers in der automobilen Oberklasse. Während Opel von der Limousine mit dem Senator B 1988 ein Nachfolgemodell präsentierte, wurde die Produktion des Monza 1986 ersatzlos eingestellt. Nie wieder hat sich Opel seitdem an ein Oberklasse-Coupé gewagt, was den Monza heute so besonders macht.

Der hier gezeigte Monza 3.0 E entstammt der frühen ersten Serie. Er lief bereits Anfang 1979 vom Band und verfügt über das seltene optionale „S“-Paket mit sportlicherem Fahrwerk und Viergang-Schaltgetriebe. Dank seiner geringen Laufleistung von erst 80.000 km (der Wagen gehörte die ersten 20 Jahre einem Kapitän, der mehr zur See als mit seinem Auto fuhr), befindet sich der Monza in einem äußerst guten Originalzustand. Im Oktober 2005 holte ich ihn aus Wittmund in Ostfriesland in meine „Obhut“.


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